16. & 16. April, 3., 8. & 26. Mai 2019, jeweils 20h


Theater Krefeld, Mönchengladbach


Jin Jiyan – Der Aufbruch

Stückentwicklung von Anina Jendreyko basierend auf Recherchen in Shengal und Südkurdistan Koproduktion mit dem Theater Krefeld, Mönchengladbach



 

Das Êzidentum (Jesidentum) ist eine uralte im Mittleren Osten entstandene monotheistische Religion, in der Sonne und Mond eine große Rolle spielen. Shengal, das Kernsiedlungsgebiet der Êzid*innen im Norden des heutigen Irak, wurde im August des Jahres 2014 vom IS überfallen, mit dem Ziel, diesen Teil des kurdischen Volkes auszulöschen. Den geplanten Genozid verhinderte die kurdische Befreiungsbewegung. Sie schuf einen Korridor, durch den etwa 200.000 êzidische Frauen, Männer und Kinder flüchten konnten. Dieser Korridor ermöglichte eine Wende. Seit der Befreiung kehren Familien zurück – gesellschaftliche Strukturen werden neu gestaltet, vor allem hinsichtlich der Rolle der Frauen. 

 

Jin Jiyan - Der Aufbruch gibt unterschiedlichen Perspektiven der Êzid*innen im Shengal eine Stimme – zwischen Tradition und Neuaufbau. Im Mittelpunkt steht die Kraft der êzidischen Frauen. Ein gemischtes Ensemble aus Schauspieler*innen des Gemeinschaftstheaters sowie êzidischen und kurdischen Künstler*innen geht unter der Leitung von Anina Jendreyko den Entwicklungen im Shengal seit 2014 nach, mit dem Ziel, an einer künstlerischen Brücke der Verständigung zu bauen.

 

 

Dokumentary „Wie die Jesidinnen zu sich fanden“, SFR, 14.07.2019:

https://www.srf.ch/sendungen/passage/wie-die-jesidinnen-zu-sich-fanden 

 

Dokumentary, talk with the director, Jin TV, 08.07.2019:

https://youtu.be/xy7F-5UTpz4

 

 

Resonanz

 
„Jin Jiyan ist ein politisches und sehr feministisches Stück, v.a. ein Abend, der von vielen Opfern erzählt ohne Opfer zu zeigen, sondern Menschen auf grossen Portraitaufnahmen, die ihnen sehr nahe kommen. Den Gedanken an Kraft und Mut, an Aufbruch und Veränderung bringen die Darstellerinnen langsam dem Publikum entgegen.“
(Radio WDR1, Scala WDR 5, 08.04.2019)
 
„Schon die Musik lohnte einen Besuch im Theaterstudio. Was Sosin Elenya mit ihrer kehligen Stimme und der Langhalslaute Timbur, Metin Yilmaz auf der Langhalsflöte Bilur und Suleyman Carnewa mit seiner fulminanten Stimme an prickelnden und schwindenden, gleichermassen von Erotik und Wehmut kündenden Liedern aufführen, schlägt sofort in den Bann. Die Musiker jedoch sind nur ein Strang aus dem Jin Jiyan – der Aufbruch geflochten ist.“
(Rheinische Post, Armin Kaulmannes, 01.04.2019)
 
Nach dem noch andauernden Genozid und Feminizid vom 3.8.2014 in Shengal haben verschiedenen Gruppen diverse Projekte durchgeführt, viele dieser entsprachen nicht der Wirklichkeit unserer Religion und Geschichte.
Das Stück ‚Jin Jiyan – der Aufbruch’ hat es auf eine sehr spezielle Weise geschafft, die Êziden, besonders den Kampf der ëzidischen Frauen auf die Bühne zu bringen. Es war einmalig, die Livemusik, die SchauspielerInnen und die Doku waren Eins, und dies in nur 90 Minuten so in einen Einklang mit dem Shengal zu bringen.
Ich habe mich wie in Shengal gefühlt und gar nicht mehr wahrgenommen, dass ich in einem Theaterraum sitze. Danke für das wundervolle Stück, was viel mehr als ein Theaterstück war.
Sebriye Savgat, Vorstandfrau vom Dachverband des Êzidischen Frauenrats e.V. 
!
 
„Ich habe gestern die Vorstellung JIN JIYAN - DER AUFBRUCH , basierend auf Recherchen im Shengal und Südkurdistan gesehen, und bin tief beeindruckt, und nicht nur ich. Nach der Vorstellung wurde immer wieder die Frage gestellt, geht ihr mit dem Stück an andere Theater – die Menschen müssen erfahren was dort passiert! Dem schliesse ich mich an. Die Aufführung bewegt und – und das ist das Entscheidende: sie macht Hoffnung, die Frauen sind begeistert von der Möglichkeit, ihre êzidische Zukunft selber zu gestalten, sie jammern und resignieren nicht. Die SchauspielerInnen überzeugen durch eine zurückhaltende Spielweise, bildstarke Videos bringen die uns so entfernten Menschen nah und drei Musiker/Sänger nehmen uns mit in ihre Heimat, auch dadurch wird das Leid der Verfolgten erträglicher, ja, die êzidischen Gesänge helfen überwinden, so wie der Zukunftsglaube der jungen Frauen!!!“
Brief eines Zuschauers aus Köln Paul Stedter 10. 05.19
 
...Die Reduktion der schauspielerischen Stilmittel und des Bühnenbildes, die sehr genauen Kenntnisse und das große Einfühlungsvermögen der Regisseurin in die Menschen vom Shengal, ihre konsequent solidarische Haltung machen möglich, dass die Schauspieler*innen nur stellvertretendes Sprachrohr der dargestellten Geschichten der Ezid*innen sind, und diese eben nicht einmal mehr, als Statisten auf einem Kriegs Schauplatz enteignet werden. Wie zerstörerisch für die Frauen und ihre Gemeinschaften die Kriegswaffe der sexualisierten Gewalt wirkt, geht deshalb unter die Haut, weil die Struktur der Demütigungen beschrieben wird und nicht einzelne Geschichten über Vergewaltigung erzählt werden.
Maria Zemp – Frauenaktivisitin- Expertin für traumasensitive Arbeit u.a. medica mondial
 
...Das Stück endet mit zwei ganz konkreten Frage an die Zuschauenden, mit denen auch ich
diesen Blogeintrag beenden möchte: Wie stehen die politischen Entwicklungen hier im
Zusammenhang mit denen im Sinjar und was können wir von den yezidischen Frauen
lernen? Theresa Meyer – von der Homepage der Gesellschaft für bedrohte Völker.

Mit

Es spielen:
Vera Maria Schmidt, Eva Spott, Hêvîn Tekin; Adrian Linke

sowie die Musiker*innen:
Sozin Elenya, Süleyman Carnewa, Metin Yilmaz.

Inszenierung: Anina Jendreyko
Bühne und Kostüme: Martina Ehleiter
Video: Georg Faulhaber, Tabea Rothfuchs
Dramaturgie: Martin Vöhringer

 


Vorstellungen

2020

im Theater Krefeld

jeweils 20 UHR

19.4., 29.4., 29.5., 2.6., 13.6.

 

2019

MATINEE AM SONNTAG, 31. MÄRZ 2019, 11:15 UHR
Theater Mönchengladbach, Theaterbar

PREMIERE AM SAMSTAG, 6. APRIL 2019, 20 UHR
Theater Mönchengladbach, Studio
Weitere Vorstellungen:
April: Di. 16.
Mai: Fr. 3., Mi. 8., So. 26.

 

Stückeinführungen jeweils um 19.15 Uhr | Alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr.

 

Pressesartikel:

3.1.2019, RP online
28.1.2019, RP online 
9.5.2019, GfbV.de online

 


Partner

Partner sind der Dachverband des Êzidischen Frauenrats und das Goethe-Institut Irak. Gefördert durch die Gesellschaft der Freunde des Theaters Krefeld e.V.