Mutige Frauen – Erinnern ins Jetzt

Was wäre, wenn die Geschichte anders erzählt würde, andere Aspekte als die von Männern geprägten Lebensdoktrinen weitergegeben, andere Fähigkeiten wahrgenommen und ins Zentrum gestellt würden?

11th Amed International Theater Festival, Diyarbakir
24. April 2026, 15.30 Uhr & 20.30h Uhr

Interview mit Carmen Dalfogo, Ferhat Feqî und Anina Jendreyko von der Volksbühne Basel

FESTIVAL-BEITRAG – 2026 vom Festivalkomitee 

Der Mensch wird angeblich mit der Fähigkeit geboren, den Schmerz eines anderen wie seinen eigenen zu empfinden. Das heißt, mit der Fähigkeit zur Empathie. Doch die Unterscheidung zwischen „wir“ und „sie“, die uns durch die vorherrschende kapitalistische Kultur eingeprägt wird – unsere Sprache ist ihre Sprache, unsere Hautfarbe ist ihre Hautfarbe, unsere Religion ist ihre Religion, unsere ethnische Zugehörigkeit ist ihre ethnische Zugehörigkeit –, schränkt unseren Empathiebereich ein und lässt uns selektiv werden. Mit der Zeit werden wir zu einer Gesellschaft ohne Kommunikation, polarisieren uns, isolieren uns und zerstören unsere sicheren Räume.Doch genau dem gegenüber stehen hier die Künstler, die nach der Wahrheit suchen und sie ans Licht bringen. „Wir“ sind hier. So wie der Ursprung des Theaters in Ritualen liegt, wollen wir verkünden, dass wir zusammen sind, dass wir ein Ganzes sind, dass wir in Sicherheit sind, dass wir „wir“ sind. Als Form der „Umsetzung von Bedeutung in Handlung“ bieten Rituale in chaotischen und beunruhigenden Zeiten vertraute, vertrauensbildende, friedliche Momente und die Motivation, dass die Kontrolle bei „uns“ liegt.Theater ist nicht nur eine Bühnenkunst; es ist ein starker Ort der Begegnung, der Erinnerungen bewahrt, gesellschaftliche Wunden sichtbar macht und einen Dialog zwischen den Unterschieden herstellt. Dieses Festival zielt darauf ab, einen Raum zu schaffen, in dem verschiedene Sprachen, Kulturen und Erfahrungen zusammenkommen, einander hören, verstehen und gemeinsam eine neue Sprache entwickeln. Denn wir glauben, dass das Theater eine der lebendigsten Ausdrucksformen ist, die die Geschichten von Völkern, die Krieg, Flucht, Verlust und Widerstand durchlebt haben, in eine gemeinsame Zukunft verwandeln kann.Während des Theaterfestivals werden wir Stücke sehen, die mit ganz unterschiedlichen ästhetischen Ansätzen gestaltet wurden. Vielleicht unterscheiden sich unsere Sprache, unsere Gesten, unser Schauspiel und unsere Theaterstile, doch wir werden uns in unserem Schmerz, unserer Trauer, unserem Lachen und unserer Begeisterung wiederfinden. Wir werden uns im Garten der großen Geschichten außerhalb unserer eigenen Erfahrungen begegnen. Wir hoffen, dass es uns allen gut tun wird, einander zu sehen, zu hören, zu sprechen, zu berühren, zu spüren und unsere Hände und Herzen zu öffnen. Bleiben wir im Dialog gegen den Krieg